MET Mannheim

Taufe Gerald_web.jpgBeeindruckende Erwachsenen-Taufe

Gerald bezeugt seinen Glauben

Im vergangenen Jahr wurden mehrere Geflüchtete und Flüchtlingskinder bei MET in der Citymesse 10vor10 getauft. Der Kontakt zwischen MET bzw. der Gottesdienstgemeinde und den Geflüchteten kommt dabei meist durch die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin Pia Marggrander von MET und den katholischen Flüchtlingsseelsorger Jochen Winter zustande.


Besonders beeindruckend war die Taufe eines jungen Mannes namens Gerald aus Nigeria. Pater Alex Lefrank SJ, der dem Gottesdienst vorstand, hatte Gerald dabei aufgefordert, etwas über sich selbst, seinen Glauben und seine Flucht nach Deutschland zu berichten.

Gerald sah sich emotional außer Stande sah, das selbst zu tun, und so berichtete Jochen Winter an seiner Stelle, dass er etwas Besonderes mitgebracht hat: einen Rosenkranz. Die ganze Flucht über hatte dieser ihn begleitet und zeigt davon deutliche Spuren – so sieht er sichtlich „mitgenommen“ aus und  auch das Kreuz hat er verloren. Gerald habe ihn als Schutz immer als Kette um seinen Hals getragen – auch in Libyen. Er wusste, dass es ihn, wenn sein Christ-Sein ans Licht kommt, das Leben kosten könne, deshalb habe er den Rosenkranz immer unter seinem T-Shirt getragen. Um das Mittelmeer zu überqueren, sei er mit anderen Flüchtenden in eines von drei Booten gestiegen – zwei davon seien während der Fahrt untergegangen – seines nicht. Schreckliche Szenen musste er miterleben. Als er seinen ersten Schritt auf italienischen Boden machte, habe er ein Kratzen am Hals gespürt und gedacht, er habe einen Ausschlag. Er habe an seinen Hals gefasst – es war der Rosenkranz! Da habe er gewusst, dass es Gott war, der ihn gerettet und geführt hatte.


Nicht nur diese Geschichte, sondern auch der spürbar tiefe Glauben des Nigerianers hat die Gottesdienstgemeinde sehr beeindruckt. „Während für uns die Taufe eine so selbstverständliche Angelegenheit ist, konnte man heute erfahren, was für ein tiefes Verlangen es danach geben kann, getauft zu werden. Seine Tränen nach der Taufe machten auf mich den Eindruck, als sei er nun endlich, endlich dort angekommen, wonach er sich lange gesehnt hat“, sagte eine Gottesdienstbesucherin.  

An die Taufe schloss sich auch die Firmung und der Empfang der ersten heiligen Kommunion für Gerald an. Das Angebot seiner Taufpatin – ein Mitglied von MET, das sich Gerald selbst als Patin gewünscht hatte –, seinen Rosenkranz wieder mit einem Kreuz zu vervollständigen, lehnte er übrigens ab. Die Spuren der Flucht – und seiner Rettung – will er nicht verwischen.